Fragen und Antworten

1. Warum Weiße Weihnacht?

Alle Kinder haben ein Recht auf Weiße Weihnacht – so lautet das Motto der Kampagne – und der Name Weiße Weihnacht wird hierfür verwendet. Sicher freuen wir uns über ein weißes Weihnachtsfest mit viel Schnee, aber mit unserem Wortspiel meinen wir natürlich weiß – statt »blau« – im Sinne von frei von Alkohol und anderen Drogen.

2. Wozu machen Sie diese Kampagne?

Mit der Kampagne wollen wir betonen, wie wichtig eine unbeschwerte Weihnachtsfeier für Kinder ist. Wir möchten deshalb Eltern und andere Erwachsene ein Versprechen unterschreiben lassen, auf dem sie versprechen, dass sie während der drei Weihnachtstage (Heiligabend, 1. und 2. Weihnachtstag) nüchtern bleiben. Wir glauben an das gute Beispiel, und dass Alkohol nicht notwendig ist – besonders wenn Kinder ins Spiel kommen. Wir möchten auch die Situation von 2,65 Millionen Kindern ins Licht rücken, die in Familien mit Suchtproblemen aufwachsen.

3. Was stellt das Logo dar?

Das Logo soll das Kind vertreten, das im Mittelpunkt dieser Kampagne steht. Das Kind ist als Pfefferkuchen dargestellt, um die Verbindung zur Weihnachtszeit zu zeigen.

4. Woher stammt die Zahl der 2,65 Millionen Kinder in suchtbelasteten Familien?

Die Zahl der 2,65 Millionen Kinder in Deutschland, die von alkohol-, drogen- oder medikamentenabhängigen Eltern großgezogen werden, beruht auf Schätzungen des Bundesgesundheitsministeriums. Die Zahl jener, deren Eltern unter nicht-stofflichen Süchten wie Spiel-, Arbeits- oder Sexsucht leiden, lässt sich nicht beziffern. Rund 60.000 Kinder leben mit Eltern, die von illegalen Drogen abhängig sind.

5. Was ist mit den Eltern, die Weihnachten nur wenig trinken und dies kontrollieren können?

In erster Linie geht es bei der Weiße Weihnacht-Kampagne darum eine Entscheidung zu treffen. Vielleicht haben Sie kein Problem mit Alkohol – vielleicht trinken Sie überhaupt keinen – aber ein aktives Nein kann eine positive Atmosphäre schaffen und Beispiel für andere sein. Es geht darum, den Alkohol nicht in den Mittelpunkt rücken zu lassen, besonders wenn Kinder beteiligt sind.

Zum anderen erleben Kinder ihre Eltern verändert, auch wenn diese nur kleine Mengen Alkohol getrunken haben. Es muss nicht darum gehen, dass sie aggressiv werden oder undeutlich sprechen, sondern dass die Eltern vielleicht lauter werden, besonders verschmust oder ironisch. Dies verstehen Kinder als sprunghaftes Verhalten, was sie verunsichert.

6. Woher wissen Sie, dass Kinder aus suchtbelasteten Familien zu den Aktivitäten kommen?

Das wissen wir nicht. Wir führen keine Listen darüber, welche Kinder oder Jugendlichen zu unseren Veranstaltungen kommen. Alle Kinder und Jugendlichen sind willkommen.

Ein Kind, das in einer Familie mit Suchtproblemen aufwächst, würde nie kommen, wenn wir es nur deswegen einlüden. Dass innerhalb der vier Wände der Familie getrunken wird, ist ein Familiengeheimnis, worüber die Kinder selten sprechen.

7. Wie kann ich die Kampagne unterstützen?

Das Wichtigste ist, dass Sie sich persönlich für Ihre eigenen oder andere Kinder während der Weihnachtstage entscheiden. Sie können die Kampagne auch unterstützen, in dem Sie die Selbstverpflichtung zur Nüchternheit (das »Versprechen«) weiter verbreiten. Und Sie können dabei helfen, mit Ihrer Gemeinde, Ihrem Verein Aktivitäten für Kinder und Jugendliche in den Weihnachtsferien anzubieten. So können Kinder ein paar schöne Stunden oder Tage ohne Alkohol verbringen.

8. Warum »beschränken« Sie sich auf drei Tage Nüchternheit, sollten Sie sich nicht für 100 % Nüchternheit einsetzen?

Natürlich wäre es schön, wenn sich viele Menschen dazu entschließen könnten, alkoholfrei zu leben, besonders Eltern. Aber diese Kampagne konzentriert sich auf einen bestimmten Zeitraum, Weihnachten – das Fest der Kinder, ein Fest, das sehr schwierig ist für Kinder, die in einer Familie mit Suchtproblemen leben. Sie müssen die gesamte Zeit mit ihrer Familie verbringen, während alles andere draußen geschlossen hat.

9. Darf ich alkoholfreies Bier trinken, wenn ich das Versprechen abgebe?

Natürlich können Sie alkoholfreies Bier trinken, wenn Sie das Versprechen abgeben. Aber bedenken Sie bitte, dass sich Kinder mit negativen Erfahrungen mit Bier unbehaglich und verunsichert fühlen können, wenn alkoholfreies Bier getrunken wird. Denn es riecht wie gewöhnliches Bier, und die Flaschen sehen oft aus wie gewöhnliche Bierflaschen.

10. Wie viele Tage soll ich nüchtern bleiben und an welchen?

Mit Ihrer Unterschrift verpflichten Sie sich, Heiligabend, 1. und 2. Weihnachtstag alkoholfrei zu leben.

11. Ist das Versprechen bindend? Woher wissen Sie, dass sich die Leute daran halten, was sie versprochen haben?

Das Weiße Weihnacht-Versprechen ist eine moralische Verpflichtung, von der wir annehmen, dass alle, die sie unterschreiben, es aus der Einsicht heraus tun, dass Weihnachten ein alkoholfreies Fest für Kinder sein sollte, und dass sie sich deswegen entscheiden nicht zu trinken.

12. Ich feiere Weihnachten nicht mit Kindern, warum sollte ich dann nüchtern bleiben?

Sie könnten sich dafür entscheiden, weil Weihnachten das traditionelle Fest der Liebe und das Fest der Kinder ist. Sie können es aus Solidarität mit den Kindern tun, die in alkoholbelasteten Familien aufwachsen.

13. Die Kinder merken doch gar nicht, wenn ich nur ein Glas trinke?

Kinder erfahren Sicherheit durch das konsequente Verhalten der Erwachsenen. Dass Mama und Papa so riechen, sprechen und sich benehmen wie sie es normalerweise tun. Auch durch kleine Mengen Alkohol kann sich das Verhalten ändern. Kinder nehmen die kleinsten Veränderungen bei ihren Eltern wahr, vielleicht ohne zu wissen warum, aber sie spüren, dass sich etwas verändert.

14. Wieviele Menschen haben das Versprechen für Weihnachten 2017 abgegeben?

Bis heute haben Personen versprochen, über Weihnachten 2017 drei Tage lang keinen Alkohol zu trinken.


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